Die Diakonie musste das Angebot in Kooperation mit der Handwerkskammer des Saarlandes und mit Praxisanteilen bei örtlichen Bäckereien nach 26 Jahren einstellen.
„Junge Menschen, die von Förderschulen kommen oder einen schwachen Hauptschulabschluss haben, schaffen eine Vollausbildung ohne Unterstützung praktisch nicht“, erläutert Jutta Kraß, stellv. Abteilungsleiterin Berufliche Integration. „Mit Blick auf die Zahlen, dass ungefähr ein Drittel der Auszubildenden ihre betriebliche Ausbildung abbrechen, finden wir es unverständlich, dass die Reha-Ausbildung nicht mehr unterstützt wird.“ Für ein Teil dieser jungen Menschen fehle eine Alternative, wenn solche strukturellen Angebote wegbrechen. „Auf der Strecke bleiben diejenigen, die bisher noch nie die Erfahrung gemacht hatten, etwas im Leben erreichen zu können.“
Sozialarbeiterin Steffi Lamping war über viele Jahre im Einsatz, den Auszubildenden genau das zu zeigen und verdeutlicht: „Durch unsere gezielte Unterstützung haben wir diesen Menschen Selbstvertrauen, Zukunftsmöglichkeiten und Verdienstmöglichkeiten außerhalb prekärer Beschäftigungsverhältnisse ermöglicht.“
Die Lehrzeit in der außerbetrieblichen Ausbildung wurde flankiert durch Stützunterricht und individuellen Förderunterricht, intensive Vorbereitung auf Klassenarbeiten und Prüfungen und durch sozialpädagogische Begleitung, um persönliche Probleme aufzufangen. Und nun haben es in diesem Ausbildungsjahr wieder drei Auszubildende geschafft.
„Wir sind sehr stolz, dass alle drei Auszubildenden ihren Abschluss geschafft haben“, freut sich Ausbilderin Birgit Bonnaire. „Unser Dank gilt auch unseren langjährigen Kooperationsbetrieben, die unseren Azubis während ihrer Ausbildung viele wichtige Praxiserfahrungen ermöglichten, und unserem Kooperationspartner der Handwerkskammer des Saarlandes.“
Über die Jahre begleitete die Diakonie Saar rund fünf Auszubildende pro Ausbildungsjahr auf dem Weg ins Berufsleben. Mehrfach, wie zum Beispiel zuletzt 2024 und 2018, wurden Auszubildende sogar ausgezeichnet - als Landessieger - oder konnten die Fachpraxisprüfung als Jahrgangsbeste abschließen.

