Neues Angebot der Wohnungslosenhilfe Saarbrücken: Anlaufstelle für Psychologische Beratung

Am bundesweiten Tag der Wohnungslosen machte die Diakonie Saar, gemeinsam mit anderen Trägern und Initiativen, in der Innenstadt von Saarbrücken auf die Bedarfe von Wohnungslosen aufmerksam. Dabei stellte sich auch die neue Anlaufstelle für psychologische Beratung bei Wohnungslosigkeit vor.

Wohnungslosigkeit belastet psychisch und seelisch. Oder verliert man seine Wohnung, weil man psychisch erkrankt ist? Erfasst ist jedenfalls, dass etwa 70 Prozent der Wohnungslosen eine psychische Erkrankung aufweisen, häufig in Kombination mit einer Suchterkrankung.

Aus diesem Grund hat die Wohnungslosenhilfe der Diakonie Saar in Saarbrücken eine Anlaufstelle für psychologische Beratung eröffnet. Sie ist an die Praxis für medizinische Grundversorgung im Haus der Diakonie Saarbrücken angedockt und bietet Wohnungslosen unkomplizierten Zugang zu psychologischer Hilfe.

„Die Praxis genießt bei den Wohnungslosen eine gute Akzeptanz und wird von vielen in prekären Situationen lebenden Menschen aufgesucht. Die Anbindung hat den Vorteil, dass die Klientinnen und Klienten über ihnen vertraute Sozialarbeiter und Ärztinnen an das Hilfesystem gut herangeführt werden können“, erklärt Oliver John, Bereichsleiter für Wohnungslosenhilfe bei der Diakonie Saar.

Psychologe Jihad Abo-Halawi ist derzeit engagiert, die Anlaufstelle bei allen Trägern der Wohnungs- und Obdachlosenhilfe bekannt zu machen. Dazu nutzte er auch den bundesweiten Tag der Wohnungslosen, bei dem trägerübergreifend eine Aktion in der Saarbrücker Innenstadt organisiert wurde.

Abo-Halawi ist zudem jeden Mittwoch bei der Sprechstunde der Praxis für medizinische Grundversorgung präsent. Seit Juli konnte er bereits 13 Klienten konkret erreichen und führte bereits mehr als 30 Sitzungen. Er holt die Menschen aber auch in ihren Lebenssituationen ab und begleitet dafür in sogenannter „medical Streetwork“ die Mitarbeitenden der Aufsuchenden Sozialen Arbeit. Diese können ihn darüber hinaus in speziellen Situationen auch gezielt dazu rufen.

Die Anlaufstelle wird zunächst in einen Modellprojekt vom saarländischen Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit finanziert. Herausgearbeitet wurde die Bedeutung der Schaffung einer solchen Anlaufstelle am „Runden Tisch Wohnungsnot“, der aus ca. 50 Vertretern von Trägern und Behörden in der Stadt Saarbrücken besteht.

Am bundesweiten Tag der Wohnungslosen stellten die Akteure der Wohnungslosenhilfe Saarbrücken bei einer Aktion in der Saarbrücker Innenstadt ihre Anlaufstellen und Angebote vor. Im „Wohnzimmer“ im Außenbereich, aufgebaut von Diakonie und Caritas, gab es die Möglichkeit zum Austausch. Die Wärmestube zeigte eine künstlerische Installation. Im Innenraum gab ein Wunschbaum den Betroffene die Möglichkeit, mit Zetteln ihre Wünsche an Politik und Gesellschaft zu formulieren.

An der Aktion beteiligen sich:  Das Bruder-Konrad-Haus (Caritas Saarbrücken) und die Herberge zur Heimat (Diakonie Saar), die Psychosoziale Begleitung Substituierter und Notschlafstelle (AWO Saarland), das Elisabeth-Zillken-Haus und ELLEFriede vom SKF Saarland, das Stadtamt 50 der Landeshauptstadt Saarbrücken – Amt für Gesundheit, Prävention und Soziales, der Jugenddienst Saarbrücken des SOS-Kinderdorf, die Wärmestube Saarbrücken, BounceBack – Betroffenenberatung Saarland sowie die Wohnungslosenhilfe aus dem Haus der Diakonie Saarbrücken und das Drogenhilfezentrum der Drogenhilfe.