„Bei den abgebildeten Menschen ist nicht von Bedeutung, ob es sich um Menschen in Wohn- oder Obdachlosigkeit oder Menschen mit einem Dach über dem Kopf handelt“, erklärte Sozialarbeiterin Rebecca Milles. „Im Mittelpunkt steht der Mensch mit seiner persönlichen Geschichte. Denn wir wollen nicht Wohnungslosigkeit ausstellen oder Menschen auf ihre Notlage reduzieren.“
Mit jedem Portrait hat die Wohnungslosenhilfe darauf aufmerksam gemacht, dass jede Geschichte würdevolle Beachtung verdient. Die Ausstellung brachte drei Blicke und drei Welten zusammen: Menschen in Wohn- oder Obdachlosigkeit, Bürger*innen sowie Politik und Fachkräfte. Sie erzählen auf den Plakaten aus unterschiedlichen Perspektiven von Erfahrungen, Sehnsüchten, Würde und davon, was Menschen in derselben Stadt verbindet. „Wir möchten einen Teil unserer Arbeit sichtbar machen, der sich nur schwer in Zahlen oder Statistiken ausdrücken lässt: Beziehung, Vertrauen, Zuhören, Wertschätzung und die Anerkennung der individuellen Lebensgeschichte eines Menschen“, so Milles.
„BLICKWINKEL: WÜRDE – Drei Welten. Eine Stadt. Die gleiche Würde“ war deshalb mehr als eine Ausstellung von Portraits: Es war eine Ausstellung der Begegnungen, um Hemmschwellen abzubauen, unterschiedliche Lebenswelten miteinander in Berührung zu bringen und dort Gespräch zu ermöglichen, wo im Alltag oft Distanz bleibt. Das Projekt war aus der täglichen Arbeit der Wohnungslosenhilfe und aus den Begegnungen mit Menschen in Wohn- oder Obdachlosigkeit entstanden. Denn in ihrer Arbeit erleben die Mitarbeitenden immer wieder, dass Menschen ohne Wohnung in der öffentlichen Wahrnehmung häufig auf ihre aktuelle Lebenssituation reduziert werden. Ihre Biografien, Fähigkeiten, Erfahrungen, Wünsche und Sehnsüchte bleiben dabei oft unsichtbar. Das Projekt konnte zudem durch die ehrenamtliche Unterstützung von Kerstin Radetz, ebenfalls Sozialarbeiterin, realisiert werden.
Darüber hinaus nahmen am Tag der Wohnungslosen als Kooperationspartner teil: die Wärmestube Saarbrücken, das Bruder Konrad Haus, der AWO SOS-Bus, die SAK sowie Streetwork der Stadt Saarbrücken.
Die Diakonie Saar bietet in Saarbrücken bereits eine große Palette an Unterstützung für Menschen ohne Obdach oder in prekären Lebenslagen an. Neben der allgemeinen Beratung engagieren sich die Mitarbeitenden u.a. in der Aufsuchenden Soziale Arbeit, in den Projekten EULE.plus und Housing First, im Ambulant Betreuten Wohnen oder in der Herberge zur Heimat dafür, dass Menschen ein adäquates Dach über dem Kopf und damit zurück in ein stabiles Leben finden. In der Praxis Medizinische Grundversorgung behandeln Ärzt*innen ehrenamtlich mehrere hundert Patient*innen pro Jahr.


