Beiden droht jetzt unerwartet das Wegbrechen der Förderung.
Finanziert werden „Malstatt AGil“ und „ErFolQ²“ über das Bundes-förderprogramm BIWAQ - Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier – ein Partnerprogramm des Städtebauförderungsprogramms „Sozialer Zusammenhalt“.
Beiden nachweislich erfolgreichen Projekte war die Antragsstellung zur Laufzeitverlängerung ermöglicht worden. In der Vergangenheit konnten die Träger in solchen Fällen stets davon ausgehen, dass die Förderung zugesagt wird. Doch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) hat die neuen Zuwendungsbescheide noch nicht verschickt. Malstatt AGil und ErFolQ² droht daher das unerwartete Aus zum 1. Juli.
Cathrine Becker, Abteilungsleiterin Berufliche Integration bei der Diakonie Saar, zu den dramatischen Folgen:
„BIWAQ ist für Saarbrücken und Saarlouis ein außerordentlich wichtiges Instrument, um Menschen mit besonderen Vermittlungshemmnissen den Weg in Beschäftigung, Qualifizierung und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Die positiven Effekte reichen weit über die individuelle Unterstützung hinaus: Das Programm stärkt den sozialen Zusammenhalt in den Quartieren, schafft Perspektiven und trägt zur Stabilisierung sozial benachteiligter Stadtteile bei.
Umso unverständlicher ist für die Diakonie Saar, dass bislang noch kein Bescheid des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen zur Verlängerung des Programms vorliegt. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der nachweislich erfolgreichen Arbeit vor Ort und der positiven Prüfung durch die Fachstelle für Fördermittel BIWAQ (KBS).
Die anhaltende Unsicherheit hat dramatische Folgen. Die Mitarbeitenden wissen bis heute nicht, ob und in welcher Form ihre wichtige Arbeit fortgesetzt werden kann. Für viele Beschäftigte bedeutet dies eine erhebliche persönliche und berufliche Belastung. Gleichzeitig droht der Verlust gewachsener Strukturen, etablierter Netzwerke und erfolgreicher Unterstützungsangebote für die Menschen in Saarbrücken und Saarlouis.
Es wäre äußerst tragisch, wenn die bislang erzielten Erfolge gefährdet würden, obwohl das Programm seine Wirksamkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Deshalb hoffen wir auf eine zeitnahe Entscheidung des Bundesministeriums, um Planungssicherheit für die Mitarbeitenden und die betroffenen Menschen in den Kommunen zu schaffen.“
Träger der Projekte ist jeweils die Stadt Saarbrücken bzw. die Stadt Saarlouis. In Saarbrücken setzt die Diakonie Saar das Projekt „Malstatt AGil“ gemeinsam mit dem ZBB um. Beim Projekt „ErFolQ²“ arbeitet die Diakonie Saar bei der Umsetzung eng mit dem Jobcenter des Landkreises zusammen.
Sehen Sie dazu auch den Bericht im "Aktuellen Bericht" des Saarländischen Rundfunks ab Minute 27:29 gestern.

