„Unsere 35 Ehrenamtlichen um Koordinator Reiner Daschmann setzen sich dafür seit vielen Jahren Woche für Woche ein. Das möchten wir heute besonders feiern!“
Das Jubiläum der Tafel hat tatsächlich zwei Seiten. Einerseits rettet der Tafelbetrieb laut Statistik pro Tafel 273 Tonnen Lebensmittel im Jahr, die sonst weggeworfen würden. „Ein beachtlicher Erfolg!“, so Ewelt.
Andererseits zeigt das Jubiläum auch einen Skandal des Sozialstaates auf: Die Zahl der Menschen, die sich mit Lebensmitteln von der Tafel versorgen muss, bleibt hoch. Rund 700 Personen versorgt die Tafel aktuell. Ein Viertel davon sind Kinder. Ein großer Teil der Menschen kommt seit 15 Jahren regelmäßig. Und sie werden weiter abhängig von der Tafel bleiben müssen. „Bei Ihnen ist keine Besserung des Einkommens in Sicht,“ erklärt Koordinator Daschmann.
Daneben gibt auch viele Menschen, die nur für sechs bis zwölf Monate das Angebot nutzen. „Wenn jemand kurzfristig arbeitslos wird und kein Erspartes da ist, geraten die Menschen direkt in Notlagen“, so Daschmann. Auch Geflüchtete und Asylbewerbende wären immer wieder vorübergehend Tafelkunden.
Tafelbetrieb braucht mehr als Ehrenamt
Die Tafel Völklingen ist Mitglied im Landesverband Tafel Rheinland-Pfalz/Saarland e.V., profitiert so von gemeinsamen Aktionen. Um den Tafelbetrieb aufrecht zu erhalten, braucht es jedoch darüber hinaus noch mehr als Ehrenamt. So dankt Ewelt auch weiteren Unterstützern, die sich bei der Tafel Völklingen engagieren: den Geschäften, die Lebensmittel an die Tafeln weitergeben und besonders den Sponsoren, mit deren finanzieller Hilfe Gebäude, Fahrzeuge und Kühlgeräte gehalten werden können.
„Leider können sich nicht alle Menschen in unserem Land gleichermaßen gute Lebensmittel leisten. Umso wichtiger ist der Beitrag der Tafeln, die im Saarland eine wichtige Rolle bei der Unterstützung bedürftiger Menschen spielen. Ich bin tief beeindruckt von dem Engagement der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in Völklingen und anderen saarländsichen Standorten. Als Sozialminister ist es mir wichtig, diese wertvolle Arbeit regelmäßig zu unterstützen“, erklärt Sozialminister Magnus Jung anlässlich der Jubiläumsfeier der Tafel Völklingen.
„Die Tafel Völklingen ist seit 20 Jahren eine wichtige Anlaufstelle für Menschen, die Unterstützung brauchen. Bei meinem Besuch vor Ort habe ich erlebt, mit wie viel Herzblut Reiner Daschmann und sein Team diese Arbeit leisten – von der Abholung der Lebensmittel bis zu ihrer Ausgabe. Dass heute rund 700 Menschen das Angebot in Anspruch nehmen, zeigt, wie groß der Bedarf ist. Für viele ist es nicht leicht, um Hilfe zu bitten. Umso wichtiger sind Ehrenamtliche, die ihnen mit Verständnis und Empathie begegnen und wissen, dass hinter jedem Menschen eine persönliche Geschichte steht. Dafür möchte ich allen Beteiligten herzlich danken.“, so Stephan Tautz, Oberbürgermeister der Stadt Völklingen.
Die Tafel Völklingen hat als Ausgabestelle der Saarbrücker Tafel am 6. Oktober 2006 mit ihrer ersten Lebensmittelausgabe begonnen. Ein Jahr später, im Oktober 2007 erhielt sie durch die Bundestafel ihre Eigenständigkeit in Trägerschaft der Diakonisches Werk an der Saar gGmbH. Damals versorgte die Tafel pro Monat rund 400 Menschen in 250 Haushalten.
Die Tafel ist dienstags und freitags geöffnet. Anmelden dürfen sich nur Menschen mit nachgewiesener Bedürftigkeit. Die Abgabe der Lebensmittel erfolgt gegen einen symbolischen Betrag von drei Euro. Ehrenamtliche, u.a. Fahrer der Kühl- und Transportfahrzeuge werden immer gesucht. Betroffene finden nebenan im Haus der Diakonie (Gatterstraße 13) weitere Hilfen und Unterstützungsangebote.

