„Ein stabiles Umfeld für Kinder und Jugendliche schaffen – das ist die Grundlage für gesunde Entwicklung. Mit unserem Fachtag wollen wir Theorie und Praxis verbinden und so Perspektiven aufzeigen, wie moderne Familienaktivierung gelingen kann“, betont Nicole Saballus, Abteilungsleiterin Kinder-Jugend-Familie bei der Diakonie Saar.
Christoph Zingg, Pfarrer der Evangelisch-Reformierten Kirchgemeinde der Cadi Disentis/Mustér, startete mit einem Impuls zu Humor als Teil der professionellen Haltung. Denn die eigene Einstellung zum Gegenüber macht einen Unterschied: Sie entscheidet, wie das Gesagte beim Anderen ankommt. So kann auf ein konstruktives Miteinander hingewirkt werden. In die Praxis übertragbare Perspektiven aus der Forschung stellte im Anschluss Marion Moos vom Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz vor. Sie betont die Bedeutung gelingender Elternarbeit für die Entwicklung und das Selbstbild von Kindern und Jugendlichen, die nicht mehr zu Hause leben können. Den Eltern auf Augenhöhe entgegenzutreten und sie aktiv mit einzubinden sei hier der Schlüssel.
In Workshops konnten die Teilnehmenden anschließend Methoden erarbeiten, um die neuen Anregungen in die eigene Arbeit einfließen zu lassen.
Beim Sofa-Talk kam am Nachmittag eine Runde aus Expertinnen und Experten zusammen, um über Chancen und Möglichkeiten der Familienaktivierung zu diskutieren. Neben Marion Moos und Diakonie-Geschäftsführerin Anne Fennel konnten hierfür Heiko Bluth, Abteilungsleiter beim Jugendamt des Regionalverbandes Saarbrücken und Dominik Mieger, Gruppenleiter im Eltern-Kind-Zentrum Heidstock, einer stationären Einrichtung der Diakonie für Alleinerziehende und Familien, gewonnen werden. Sein Fazit: „Wir arbeiten über den gesamten Zeitraum der Betreuung von Familien daran, die Eltern mit einzubinden. Der Fachtag hat mich darin bestärkt, dass es essentiell ist, hier am Ball zu bleiben.“
Der Tag stand im Zeichen des hundertjährigen Jubiläums der Diakonie Saar. „Wir sagen allen Danke, die hundert Jahre diakonisches Engagement im Saarland möglich gemacht haben und heute noch möglich machen. Dazu gehört auch, fachlich auf dem neusten Stand zu sein, selbst Standards zu setzen. Deshalb führen wir die Fachtage durch mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten.“, so Geschäftsführerin Anne Fennel.
Im neuen Jahr folgt der nächste Jubiläums-Fachtag unter dem Titel „Frauen im Fokus der Wohnungsnotfallhilfe: Ansätze, Erfolge, Bedürfnisse“. Dieser wird am 4. Februar ebenfalls im Saarrondo stattfinden.



