So mangelt es der geförderten außerbetrieblichen Ausbildung bisher an Bekanntheit und Anerkennung. Auch werden Ausbildungsinteressierte mit gesundheitlichen Einschränkungen oder besonderen Bedürfnissen bisher nicht ausreichend mitgedacht.
Bei einem Fachtag im Rahmen ihres hundertjährigen Jubiläums ist die Diakonie Saar gemeinsam mit der saarländischen Arbeitskammer der Frage nachgegangen, wie sich die Situation im Saarland zwei Jahre nach der Einführung der Ausbildungsgarantie darstellt. Junge Menschen aus von der Diakonie mitgetragenen Projekten zur Berufsorientierung berichten zu Beginn der Veranstaltung von Schwierigkeiten bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz: hoher Konkurrenzdruck, wenig Rückmeldung und bürokratische Hürden. „Es heißt, dass im Moment viele Ausbildungsplätze frei wären und ich habe gute Noten, aber trotzdem bekomme ich oft gar keine Antwort auf meine Bewerbungen“, berichtet eine Teilnehmerin.
Eine Lösung für Menschen, die keinen regulären Ausbildungsplatz finden konnten: die außerbetriebliche Ausbildung. Diese wird von Bildungsträgern durchgeführt und gewährleistet eine intensive Betreuung der Auszubildenden. Bei erfolgreicher Absolvierung erhalten diese einen gleichwertigen berufsqualifizierenden Abschluss. Doch das Modell ist noch wenig bekannt. Dabei bringt es Vorteile mit sich: Die Auszubildenden stehen nicht unter dem Druck, den die Mitarbeit im laufenden Betrieb mit sich bringen kann und haben dadurch mehr Zeit, die Inhalte zu erarbeiten.
Ein weiterer Punkt, der Ausbildungsinteressierte und Betriebe gleichermaßen vor Herausforderungen stellt, ist der Umgang mit individuellen Bedarfen. Körperliche oder geistige Einschränkungen, aber auch ein instabiles soziales Umfeld bedürfen beim Start in eine Ausbildung ein besonderes Augenmerk.
Bei ihrem Fachtag konnte die Diakonie Saar auch die saarländische Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer begrüßen. „In Zukunft wollen wir die Zusammenarbeit mit den Kammern im Saarland noch vertiefen, um im Schulterschluss Hürden abbauen und mehr jungen Menschen den Ausbildungsabschluss zu ermöglichen“, so Anne Fennel, Geschäftsführerin der Diakonie Saar.

